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Harzbergtrophy

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von Roman Fetty

Es ist schon gut 3 Jahre her, am Beginn meiner Race-Ambitionen wo 20km mit 700hm bei mir einen totalen Hunger Ast auslösen konnten, als ich von dem Mythos der Salzkammerguttrophy Extrem hörte. Damals dachte ich, irre die Typen die das machen, das kann ja keinen Spaß mehr machen, total extrem....... oder ??

> Und trotzdem, die Idee hat sich irgendwo in meinem Kopf ein Plätzchen geschaffen und kam von Zeit zu Zeit zum vorschein, wenn ich es mal erwähnte schauten mich die Leute nur immer so komisch an, und irgendwann voriges Jahr, als ich merkte das ich immer größere Distanzen schaffte reifte die Idee, mich 2005 auf die Extrem-Distanz vorzubereiten. gesagt hab ich erstmals zu niemanden etwas, schon gar nicht nachdem ich 2004 die 100km in Goisern aufgegeben habe. Nun, ein Jahr ist seitdem vergangen und dank eines professionellen Trainingsplanes von Fritz Tröstl, den ich bei einer Langlaufwoche kennen gelernt habe, der selbstlosen Unterstützung von der gesamten Familie Kreuzer, ein bisserl Ergeiz und Glück kann ich nun seit 9.Juli 2005 mit Stolz sagen, ich habe die Extremdistanz gefinished. In diesem Bericht will ich eigentlich gar nicht aufzählen, wie steil es bergauf ging, oder wie schnell ich runter gefahren bin, die Kurve gekratzt habe, wem ich so und soviel sekunden abgenommen hab, den bei diesem Event ging es mir um ganz andere Sachen, nämlich zu erfahren wie ich reagiere wenn es ev. wirklich an die Grenzen geht, wie wertvoll es sein kann, wenn du von Krämpfen gequält den nächsten Berg rauffährrt und weißt, bei der darauf folgenden Abfahrt steht sich schon jemand nur für dich die Beine in den Bauch und der dich, wenn du vorbeifährst, anlacht und sagt, super, du schaffst das! Kleinigkeiten nur, die aber eine immense Wirkung haben können, genauso wie es umgekehrt eine katastrophale Wirkung haben kann wenn jemand im falschen Moment zu dir sagt, "nojo, jetzt hast no a runde vor Dir, Vü Spaß"

Aber mal ganz von vorne:

> 03h00, der Wecker läutet und ich frühstücke, Reis mit .... den Händen, das Besteck hab ich vergessen und die Wirtin hat sicher was dagegen wenn ich um diese Zeit was von ihr will:) danach hau ich mich wieder ins Bett und schlummere noch bis c. 04h00. Anziehen, Ausrüstung einstecken, Chip nicht vergessen:) , Bike aus der Garage und ab zum Start. Dort ist bereits viel los, die einen wischen sich noch den Schlaf aus den Augen, den andern fallen nach einer durchzechten Nacht die Augen schon fast zu, ich steh bereits um diese Zeit mit c. 200 Startern im Feld und warte auf den Startschuß, der pünktlich um 05h00 fällt. Und fast gemütlich rollt das Feld weg, und zieht sich am ersten Anstieg bereits in die Länge. ich schau das der Puls nicht zu hoch ist und find sofort einen guten Rythmus, die ersten 25km vergehen wie im Flug und beim ersten AP steht schon Conny, dick eingewickelt in die Winterjacke, "Guten Morgen" und "alles in Ordnung, fühl mich gut" ruf ich ihr zu, und es  geht weiter von Alt Aussee den Salzberg hoch und über die Sandlingabfahrt wieder runter Richtung Blaa-Alm. Beim Downhill auf der Skipiste wirfts mich übern Lenker ab aber nichts passiert, oder doch, der Bremshebel der Vorderbremse ist zum Teil abgebrochen und der Rest des Hebels ist schwergängig, beim Bremsen muß ich den Hebel immer wieder zurückdrücken, sonst bremst das Vorderrad dauernd.

Ein Anstieg folgt dem anderen, an den Laben wird ausgiebig gegessen, eine Abfahrt der anderen und Conny steht unermüdlich bei jedem AP, die erste Runde ist erstaunlich locker in 6h30 absolviert. Doch das wahre Rennen fängt erst jetzt an, beim ersten Anstieg aufs Herndl spür ich das das gelegentliche Ziehen in den Kniekehlen stärker wird und sich auf den ganzen Oberschenkel ausbreitet. Einen Gang nach dem anderen muß ich zurückschalten, ich werd immer langsamer und das Ziehen entwickelt sich zum Schmerz. Abfahrt nach St. Agatha und am nächsten Anstieg überholen mich die C-Distanz Fahrer. Ich bin total in mich gekehrt, seh nur 2m vormir, bin bereits seit über 7,5h unterwegs und immer wieder drehen sich die C-Fahrer um und feuern mich an, währen sie mich überholen. Mir stellts jedesmal die Gänsehaut auf. Dann endlich, abfahrt und die nächste Labe, ich komme mitten im Pulk der C-Fahrer an, ein Streckenposten sieht mich, winkt mich hin und drückt mir erstmal ein Cola in die Hand, füllt während dessen meine Flaschen auf und eine Frau gibt mir eine Schüssel mit Nudelsuppe und Gemüse. Der folgen noch 3 Becher Cola, 5 Lebkuchen, eine Banane, ein Kornspitz mit Schinken, kurz wird gedehnt und rauf aufs Rad, runter wieder nach Aussee. Mir gehts bereits wieder besser, Connie steht wieder beim AP und fragt was los ist, ich hab 1h Verspätung. Ich erzähl Ihr von den Krämpfen, sie meint nur ich darf nicht aufgeben, sie wartet bei der Blaa-Alm wieder auf mich. und ich quäl mich den Salzberg rauf. Vorher beim Bergwerk stehen ein paar Touristen und meinen "woart, i schiab di an" Meint ein anderer " den brauchst net anschieben, der woar scho amoi do" , und ich denk mir, na jetzt kann ich auch nicht absteigen bei der 30%Rampe und ich drucks durch. und---- kein Krampf. Von da an gehts wieder ganz gut, es ist zwar nicht optimal, aber zumindest hab ich einen runden Tritt. Mittlerweile stehen 125km auf der Uhr und ich bin seit 9h unterwegs und habe wieder einen Anstieg geschafft, es geht die Öfen runter Richtung Bad Ischl. Das letzte Stück sehr rutschig, steinig und immer entlang des 80m Abgrundes und ich fahr sehr vorsichtig um ja keinen Sturz zu riskieren. In Bad Ischl halt ich wieder Ausschau nach Conny, ich hab sie schon bei der Blaa Alm nicht mehr gesehen und ich mach mir so meine Gedanken beim nächsten Uphill, hat sie eine Panne mit dem Auto? Dachte sie, ich hab aufgegeben weil ich so lange gebraucht hab? Nun, die nächsten 17km bin ich jedenfalls auf mich alleine gestellt, es geht rauf bis aufs Hütteneck auf 1300m. Beim Ischler Salzberg hör ich Stimmen hinter mir, zwei Mädels schließen langsam aber sicher auf. die eine fährt die 200er, die andere begleitet sie auf diesem Stück, kurz nach dem Steilsten Stück lassen sie mich quasi stehen und ich bin wieder alllein auf weiter Flur. Ich konzentrier mich nur auf die Labe die 300hm unter dem Hütteneck ist und werde davor noch von einem Slowaken pärchen eingeholt, ich versuch  mitzuhalten und es geht so einigermaßen, ab der Labe lassen mich aber auch die beiden stehen und nach 12h40 erreiche auch ich das Hütteneck. Ein Mädl auf dem Rad kommt mir entgegen und muntert mich auf, "das schlimmste hast hinter dir, jetzt gehts nur mehr bergab". Ich weiß das und  auchab jetzt:   ich komme innerhalb des Zeitlimits ins Ziel:) Bei der abschließenden Abfahrt (es ist auch noch ein bisserl cupiert, es geht auf und ab) hol ich die beiden Slowaken wieder ein, die ewige Wand wird ein Genuß und kurz vor der Labe in Laufen seh ich zwei bekannte Gesichter:) Conny und Richard sind doch noch da und es ist ein unbeschreiblcihes Gefühl die beiden zu sehen. Bei der Labe plaudern wir kurz, besser gesagt, ich würge kuchen und kornspitz runter und Connny redet, spritzt Kette und Schaltung sauber und ich fahr gleich weiter, will nicht zuviel Zeit verlieren auf den letzten 25km. Ich bin seit 13h25 unterwegs. die Schleife aufs Hochmut ist nicht mehr so schlimm, die Steigung ist erträglich und beim zurückschauen seh ich die beiden Slowaken die mich wieder eingeholt haben. Aber so nicht, ich versuch wieder Gas zu geben, mein Puls der die letzten Stunden kaum über 135 gestiegen ist klettert wieder auf 145 und der Abstand zu den Slowaken wird größer, bald sehe ich sie nicht mehr. Dafür hab ich vor mir wieder einen Biker, und auch den hole ich ein und lasse ihn hinter mir. Und dann ist s geschafft, der höchse Punkt des letzten Berges ist erreicht und ich fühl mich in Hochstimmung. Nur noch der schwierige Downhill entlang der Jochwand ist zu überwinden und das einzige Ziel ist jetzt, nicht zu stürzen, also fahre/rutsche ich da im Zeitlupentempo runter. Und dann ist es geschafft, ich bin unten und hab noch 8km flach bis Goisern. Während ich die Traun entlangradle kommen mir die Emotionen hoch und ich heule wie ein Schloßhund während ich gleichzeitig einen Grinser von einem Ohr zum anderen aufsetze. Es ist kurz vor halb neun, und überall wo Passanten spazierengehen  oder stehen werd ich auf den letzten Metern angefeuert wie ein Spitzenathlet. Ein c. 5jähriger steht vor einer Kurve, läuft ein Stück mit und schreit "Gib Sportgummi, nur no a paar Meter", und dann seh ich das Ziel vor mir und ich fahre die letzten 500m (solange ist kein anderer Zieleinlauf bis jetzt gewesen) unter Klatschen und Zurufen der zahlreichen Zuschauer ins Ziel.

Geschafft, nach 15h25 überquere ich die Ziellinie und vergessen sind alle Anstrengungen des Tages, ich schwimme auf einer Welle des Hochgefühls, Bekannte, Freunde und auch mir völlig unbekannnte kommen zu mir und gratulieren mir. Conny und Richard sind natürlich auch da, nehmen mir das Rad ab, fragen mich ob ich was brauche.

Abschließend kannn ich nur sagen, es war ein schöner Tag, eines meiner sicher überwältigendsten Erlebnisse und: JOE, GABI, LISA,CORNELIA & RICHARD, das  haben WIR super hingekriegt. Ein großes Dankeschön und .

Ein klein wenig schade das nicht mehr von unserem Club den Weg ins Zentrum von Goisern geschafft haben.

Noch ein paar Fakten vom Radcomputer:

 

Distanz: 208km
hm: 6800
Anzahl der Steigungen: 22
max. Steigung: 44%, im Mittel 8%
max. Gefälle: 60%
Geschwindigkeit: max 48 /14,1km/h Schnitt
Puls: max 190/148 bpm Schnitt
Leistung: max 690/148 Watt Schnitt
Temperatur: 30/5/14° (max/min/schnitt)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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