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Harzbergtrophy

Sponsoren

von Roman Fetty

Draußen zwitschern die Vögel, der Wecker läutet und irgendwie hab ich im Hinterkopf, eigentlich ist Samstag und... Pfingsten ... und ....24h von Theiß.

Es ist 05h30 in der Früh. Gott sei Dank hab ich am Vortag schon alles gepackt, also schnellstens auf nach Mödling wo mich ein Teamkollege mit nimmt. Um 07h45 kommmen wir dort an, die Strecke ist schon abgesperrt aber der freundliche Streckenposten gibt uns den Weg noch schnell frei und wir düsen zum Fahrelager. Unser Teamcheffe und gleichzeitig auch Sponsor, Franz Leeb (Holzbau Leeb) hat am Vortag schon das Zelt aufgebaut. Wir brauchen uns nur noch einzurichten. Die Stimmmung ist relaxt, alles ist ruhig und doch liegt eine gewisse Spannung in der Luft. Noch 2 Stunden bis zum Start der 24h. Und dann geht doch alles recht schnell, Luki geht als erster in das Rennen, wir haben uns ausgemacht das ein jeder 4 Runden fährt (1 Runde = 4820m). Ich soll als 2ter starten, und beginne mich schon mal warmzufahren. Schön langsam macht sich die Aufregung breit, ich bin noch nie ein Straßenrennen gefahren, werd ich das Tempo der Spitzengruppe packen, hoffentlich mach ich beim Wechsel nichts falsch, stürze in den Kurven nicht, etc. Nach 20min fahre ich zur Wechselzone, nach 28min kommt das Spitzenpackel durch den Zielbogen, ich seh Luki in die Wechselzone reinfahren und starte, rutsch gleich mal vom Pedal brauch 2-3 sek und tritt dann rein wie ein Verrückter um die Gruppe noch zu erwischen. nach 100m bin ich an dem letzten Fahrer drann aber ich merk schon wie ich blau werd, den speed von 55km/h kann ich nicht lange halten wenn ich nicht tiefer ins Packl reinkomme, dann die erste Kurve, viele bremsen zu stark und fallen zurück. Bis zur Hälfte der ersten Runde kann ich den Zug halten und dann die Lücke nach einer Kurve nicht mehr zufahren. Aber das nächste Packl kommt schon und ich schließe mich an und fahr die nächsten 3 Runden mit, fahre in die Wechselzone und der nächste unseres Teams startet. Danach spielt es sich immer nach dem gleichem Schema ab, ausradeln, essen, Beine hochlegen, warfahren, zur Wechselzone, 4Runden abspulen.

Es wird Mittag und der Wind immer stärker, die ersten Zwischenergebnisse werden durchgegeben, aber was ist da, wir sind an der 16. Stelle, das kann doch gar nicht sein. --> Luki hat in der ersten Runde die Zeitnehmung nicht ausgelöst, also ab zur Rennleitung: Hurra, wir werden an die 6.Position gereiht!

Es wird Abend und der Wind ist immer noch sehr stark.die Dämmerung kommt, wir müssen die Beleuchtung an den Rädern montieren, wieder komme ich ins Grübeln, wie wird das sein im Stockdunkeln zu fahren, die Lampe die hab ist nicht sehr stark, aber ausreichend. Wie es komplett finster ist sehen wir in der Ferne ein Gewitter aufziehen. Gegen Mitternacht fängt es zu schütten an, wir spulen trotzdem unsere Runden ab. um 01h30 komme ich nach 4 Runden wieder ins Fahrerlager, das Wasser läuft mir aus den Schuhen und mir ist kalt und kein Licht, irgendwo ist durch den Regen ein Kurszschluß aufgetreten, bibbernd vor Kälte such ich mir meine Sachen im Dunkeln, zieh mich um und leg mich ins Auto, einen Augenblick später geht die Autotüre auf und Franz steht da, was, wieso? achso ich bin wieder an der Reihe, ich habs doch geschafft einzuschlafen. ich hab noch 20min, also raus in die Kälte, rein in die nasse Dress und zitternd mach ich mich zum wievielten Mal? an diesem Tag auf zur Wechselzone, dort ist es gottseidank windstill und ich warte, sehen kann ich sowieso nichts außer Lichter die auf mich zukommen. Da höre ich schon "ROOOOOMMMMAAAANNN, FAAHHHRRR, FAAAHHHHRRR, TRITT EINE" Und los gehts, Luki hat ein Packl derfahren und ich häng mich rein, ich seh die Startnummer 1 am Fahrer vor mir, ehh, das ich Jure Robic, der Sieger der 24h Einzelwertung vom Vorjahr und jetzt auf den Weg um den Weltrekord zu brechen, er will über 1000km schaffen, aber zu diesem Zeitpunkt ist bereits klar das sich das aufgrund der Witterung nicht mehr ausgeht.

Da tut sich eine Lücke auf vor mir und Jure, der mittlerweile in meinem Windschatten hängt ruft mir zu "Allez, Allez!!!....go go go", Und ich versuch halt wieder die Lücke zu schließen obwohl mir das Laktat schon aus den Ohren rausläuft.

Nach dem Wechsel wieder zum Zelt, mittlerweile ist wieder Licht, ich ziehe mich um leg mich ins Auto und einen Augenblick später.......

nach einigen "Augenblicken" bin ich wieder auf der Strecke, die schon ziemlich aufgetrocknet ist, die Sonne scheint und es ist mein letzter 4-Runden Turn. Wir sind auf dem 8. Gesamtrang, 1min fehlt uns auf den 7ten. Und dann geht alles sehr schnell, die letzten 30min teilen wir uns, zuerst Luki für 2 Runden, dann ich 2Runden und abschließend Franz für 2Runden, und unser hohes Tempo zahlt sich aus, wir schaffen eine Runde mehr und sind damit auf den 7ten Gesamtrang, 5. Rang in unserer Klasse und fuhren 874km (36,2km/h).

Einen Dank an dieser Stelle an Franz für die Einladung und die tolle Organisation und seiner Frau für den herrlichen Reiskuchen, sowie die gute Zusammenarbeit im Team. !!

PS: Je länger ich darüber schlafen kann umso schöner wird das erlebte, es war eine außergewöhnliche Erfahrung und ich glaub ich bin vom 24h Virus infiziert. Allen die jetzt vielleicht neugierig wurden sei Pfingsten 2006 zu empfehlen, die dritte Auflage der KT Theiss. Ich denke daß ich wieder dabei sein werde.

 

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