von Kelz Wolfgang
Die Herausforderung war, die berühmteste Passstraße Österreichs zu bezwingen.
Vier vom RC Kreuzer nahmen diese an. Am Samstag rollten wir (Martin, Manfred, Christian Ruess, Wolfgang Kelz) uns in der Umgebung von Zell am See ein (70 km) und beschnupperten den Glockner bis zur Mautstelle. Starker Regen begleitete uns. Sonntag, 6:00 Uhr: wieder goss es in Strömen. Selbstlos erklärte sich Rüssl bereit, auf das Erlebnis zu verzichten und die Betreuung zu übernehmen. 7:00 Uhr: Start mit mehr als 1700 Gleichgesinnten (oder -verrückten ) in Bruck. Als Neulinge mussten wir im zweiten Startbock starten, daher war es nicht einfach, bei vielen langsameren Fahrern bis Fusch vorbeizukommen. Immer wieder waren wir gezwungen, abzubremsen und verloren deshalb einige Zeit. Und dann: der Berg ruft. Langsam aber stetig geht es bergauf, durch wunderschöne Landschaft (Nebel, Wolken, Regen), erst lange Geraden zu den ersten Kehren, einige Sekunden Erholung, danach wieder steiler, wieder runterschalten ("Scheiße, schon am großen Ritzel"), nächste Kehre, keiner im Feld spricht mehr, alle keuchen, Labe ("Wasser oder Red Bull"), ich probiere zum ersten Mal Red Bull in der Hoffnung auf Flügel, schmeckt aber nur scheußlich, immer weiter, immer höher, gleicher Rhythmus, immer wieder Wiegetritt ("Scheiße, schon wieder über 170 Puls"), 1600m, 1700, endlich die Baumgrenze erreicht, Kehre um Kehre, noch 4km, 3km, die ersten Glocknerkönige kommen schon runter, durch den Nebel sieht man kein Ziel, aber schon lange vorher die Lautsprecherdurchsagen - dann "fiamme rouge" letzter Kilometer, der zieht sich aber noch, aber die vielen Zuschauer beflügeln wie bei einer Tour de France Etappe. Glücklich und erschöpft das Ziel, wo hübsche Damen die begehrte Glocknermedaillen überreichen. Ein exzellenter Kaiserschmarren und heiße Getränke erwärmen kurz den Körper vor der eiskalten Abfahrt bei zwei Grad. Manfred hat Pech: Patschen. Mit unseren klammen Fingern ist es uns unmöglich, diesen zu reparieren. Nach einem längeren Fußmarsch wird er von einem Tiroler Auto mitgenommen. Nach einer Dusche treten wir wieder erwärmt und zufrieden die Heimfahrt an. Allgemein zum Rennen: eine perfekte Organisation macht das miserable Wetter.
Erträglicher: für nur 29€ Startgeld erhält man neben Startgeschenk (Überschuhe oder Badetuch) schon am Samstag ein Abendessen in einem der Restaurants, ausreichend Getränke und Verpflegung für das Rennen, am Renntag Labe und im Ziel Kaiserschmarren und Getränke so viel man will. Daher haben wir uns vorgenommen, nächstes Jahr wieder zu starten.
Ergebnisse:
| 1. | Stauder Roland (Italien) | 1:15 |
| 204. | Binder Martin | 1:45 |
| 544. | Kelz Wolfgang | 2:02 |
| 1069. | Lotto Manfred | 2:28 |
| von 1734 Startern!!! |
Altersklassen - M3
| 1. | Stauder |
| 93. | Binder |
| 401. | Lotto |
| von 590 |
Altersklassen - M5
| 1. | Schuhbauer Hans (GER) | 1:30:48 |
| 37. | Kelz Wolfgang (10. der österreichischen Teilnehmer) | |
| von 188 Startern!!! |
