Am 05. April war es so weit. Die Radrennsaison für Amateursportler wurde in Markersdorf an der Pielach mit einer Premiere eröffnet, dem Fliegerhorst Grand Prix über 80km auf einem flachen 4km Rundkurs.
Schon die auf Facebook geposteten Bilder waren alles andere als ermutigend. Die Gegend mit dem Charme einer ostukrainischen Kolchose und riesige Löcher in den Betonplatten die als Straße (oder ehemalige Flugpiste) vorgesehen war. In Natura war es noch schlimmer. Die Löcher noch größer. Eine richtige Rumpelpiste mit einigen 180 Grad Richtungsänderungen. Eine gute erste Probe für die neuen Vredestein Pneus!
Robert (Zehetgruber) und ich (Georg Ebner) gingen mit 64 anderen „Verrückten" ins Rennen. Das Tempo war von Anfang an unglaublich hoch. Aufgewirbelte lose Steine schwirrten um unsere Köpfe. Material krachte, wenn ein Fahrer in eines der vielen Schlaglöcher stürzte. Rennfahrer schrien, nachdem das Feld „Wellen" legte um die schadhaften Stellen im Fahrbahnbelag zu umfahren. Und schon nach den ersten Runden schieden Mitstreiter mit Defekten aus.
Robert und ich wussten, wir mussten in der ersten Phase Vollgas mitgehen. Nach etwa 15km bildeten sich dann drei Gruppen. Vorne weg die (jungen) Favoriten. Mir gelang der Sprung in die zweite Gruppe, während Robert in der dritten Gruppe präsent war. Alle Gruppen lagen einige Zeit nicht weit auseinander, letztendlich aber waren die verzweifelten Bemühungen um einen Zusammenschluss nicht erfolgreich. Leider auch, weil viele Leute den „Belgischen Kreisel" einfach nicht fahren können.
In meiner (zweiten) Gruppe sammelten wir kontinuierlich die aus dem ersten Feld ausgespuckten Fahrer auf. Dadurch wurde die Arbeit auf mehrere Köpfe verteilt, was mir nicht unangenehm war. Um die dauernde Sprinterei nach den 180 Grad Kurven zu minimieren, platzierte ich mich permanent unter die Top 5 und konnte so relativ komfortabel mitfahren. Nach etwa 50km holten wir dann die zersplitterte Robert Gruppe in und Robert konnte nun bei uns mitfahren.
Dann leider ein epochales Ereignis. In einer der besseren Straßenabschnitte schlingerte ich plötzlich nach einer Kurvenausfahrt mit einem weichen Hinterrad dahin. Ich wusste was passiert war. Deprimiert hob ich die Hand, um den Servicewagen (2 waren am Rundkurs) zu rufen, denn ich hatte mir einen „Schleicher" eingefangen. Doch leider war der weit und breit nicht zu sehen. So blieb mir nichts anderes übrig, als dem vorbeirasenden Robert noch alles Gute zu wünschen und mich zu Fuß auf den Rückweg zu Start und Ziel zu machen.
Immerhin gelang es Robert, den wilden Kurs zu zähmen und als einer der wenigen Fahrer das Rennen zu beenden. Für mich war es wirklich schade, denn in dieser Gruppe ging es um eine Top 20 Platzierung – in einem hervorragend besetzten Rennen. Immerhin konnten wir uns aber von der exzellenten Qualität des Vredestein Reifens überzeugen, der eine extrem gute Haftung in den Kurven hatte und dem wir auch bei der Pannensicherheit vorzügliche Werte attestieren.
