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Harzbergtrophy

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Auf der Suche nach einem nahe gelegenen Frühjahrs Trainingsrevier bin ich durch Zufall auf einen älteren Bericht in der "Tour" gestoßen. Da wurde Istrien sehr detailliert beschrieben. Bisher war ich öfters in der Toskana, aber die 8-9h für die Anreise wollte ich nicht mehr investieren. Istrien hingegen erreicht man in maximal 5h. Über den Anbieter „istriabike.com" war rasch ein Platzerl gebucht und am 11 April wurde das Zimmer im 3-Stern Hotel Pinia bei Porec bezogen.

Die Organisation über Istriabike war Weltklasse. Ein Info-Abend erklärte den Neulingen die wesentlichen Dinge. Jeden Tag um 10h Abfahrt. 4-5 Gruppen zu maximal 12 Fahrern. Ein Guide. Das Essen im Hotel ist super. Frühstück und Abendessen mit jeweils riesigem Buffet.

Tag 1: Ich melde mich für die Leistungsgruppe 2. Hier sind fast nur Triathleten, die Hälfte davon weiblich. Es läuft gut, aber halt nicht so wie bei „gestandenen" Rennfahrern. Das leicht wellige Terrain wird immer wieder durch „Kürzer" Hilferufe durchdrungen. Das sind da eben meistens Fahrerinnen, die noch nicht so toll auf das Pedal drücken können. Eine kurze Kaffeepause und die Heimfahrt in der Nähe des Limski-Kanals (knackiger Anstieg) waren das Highlight. Der Guide verbannt mich für den nächsten Tag in die Spitzengruppe. Immerhin waren es 100km zu Einrollen.

Tag 2: Mit der „Race" Gruppe geht es nun etwas flotter dahin. Vor allem funktioniert das Fahren in der Gruppe deutlich besser. Guide ist „Joschi", ein Grazer „Urviech". Wunderbar ist der Anstieg nach Motovun und die dahinter liegenden Hügel. 110km.

Tag 3: Es geht zur großen Höhnstraße. Diese umrundet ein Tal mit Stausee. Grandios! 130km.

Tag 4: Regeneration! Ich entschließe mich diese aktiv anzugehen und wir wandern den 20km Trail Nahe des Limski Kanals. Leider sieht man diesen nicht sehr oft. Es fehlen Rastmöglichkeiten, Informationstafeln und Aussichtspunkte. Schade! So genießen wir die Tristesse der Schotterstraße und eine ausgedehnte Rast in einem der wenigen Nadelwälder (Gott sei Dank haben wir immer den Biwak-Sack mit).

Tag 5: Das Highlight für die Härtesten unter der Sonne. 200km mit 3.000HM! Statt der 12 Leute sind wir nur 6, die um Punkt 8h losradeln. Es geht Richtung Westküste und von dort entlang Richtung Rijeka nach Isici. Von dort, auf Meereshöhe, erfolgt dann der Aufstieg zum 1.400m hohen Vujak. Der Rest der Truppe und die Gruppe 2 lassen sich mit dem Bus bis zur Nähe des Anstiegs bringen. Bis zur Küste ist die Anfahrt eintönig. Dann aber erschließt sich in einer 20km langen leichten Abfahrt entlang der Küste eine wunderbare Aussicht (kein Verkehr!). Auf Meereshöhe plündern wir einen Greißler und decken uns mit Bananen und Cola ein. Der Aufstieg bei sehr warmen Bedingungen erweist sich weniger hart als angenommen. Die durchschnittliche Steigung bewegt sich bei 5-6%. Einzelne Rampen mit 14-15% sind da, aber erträglich. Nach der Kletterei genießen wir die Aussicht, bevor wir uns Hals über Kopf in die Abfahrt stürzen. Am Ende stehen 190km und 3.200 Höhenmeter am Tacho. Ein grandioser Tag!

Tag 6: Leider (oder Gott sei Dank) Regen um 10h. Auch um 12h. Wir entscheiden uns für eine Wanderung. Wie ich aber gesehen habe, ist ein kleiner Teil der Truppe um 15h noch losgefahren.

Tag 7: Heimreise. Da es leicht regnet, begrabe ich meinen Plan, einen Teil des Heimwegs mit dem Rad zu fahren. Ab Laibach dann Sturm und heftiger Regen mit Schneefall über den Wechsel.

Fazit: Ein wunderbares Trainingslager in einer traumhaften Gegend. Leichte Hügel. Nur wenige lange Anstiege. Die Guides sind „Goldes" wert und haben uns toll durch die verkehrsarme Gegend gelotst. Das Hotel ist ok, wenngleich die Zimmer fürchterlich klein sind und es auch manchmal ziemlich laut war. Ein Horror waren die Pensionisten-Busse aus Belgien und England sowie die Teenager aus Italien und Frankreich. Einige Kollegen konnten hier bis weit nach Mitternacht kein Auge zu tun. Das Wetter zeigte sich bis auf die letzten 2 Tage immer sonnig bei etwa 20-24 Grad und leichtem Wind.

 

01

Auf dem Vujak (1.400m)

02

Runde mit der großen Höhenstraße

03

Rast in Motovun (Zufahrt über steiles Kopfsteinpflaster)